Punkt für Punkt – das Rastergenerator-Modul
Über das grundlegende Prinzip der Rasterung wurde schon einiges im Kapitel "Grundsätzliches" geschrieben. Das Verfahren ist immer wieder das gleiche: Unterschiedliche Helligkeitsstufen werden in unterschiedlich große Rasterpunkte umgesetzt. Je nach Auflösung des Ausgabegerätes können Sie damit mehr oder weniger feine Bilder wiedergeben. Mit dem hier beschriebenen Raster-Modul können Sie einstellen, welche Raster für welche Teile Ihres Dokuments benutzt werden. Calamus geht dabei nach einem hierarchischen Prinzip vor: Zunächst gelten für das gesamte Dokument die gleichen (voreingestellten) Raster. Handelt es sich dabei um eine Vorlage, die nur schwarzweiß gedruckt wird, dann gibt es auch nur ein Raster. Bei farbigen Dokumenten müssen die unterschiedlichen Auszüge in verschiedenen Rastern gedruckt werden, um häßliche Moir‚-Effekte zu vermeiden (siehe "Grundsätzliches"). Sie können aber jeder Seite und sogar jedem Rahmen ein eigenes Raster zuordnen. Seiten oder Rahmen, für die kein spezielles Raster eingestellt ist, werden dann wieder mit den Vorgaben des gesamten Dokuments gerastert.
Das Raster-Modul erzeugt alle benötigten Raster in Echtzeit, also während des Bildaufbaus. Normalerweise geht das so schnell, daß Sie gar nichts davon merken werden, lediglich bei größeren Rastern kann sich die Rechenzeit bemerkbar machen (siehe unten). Auch hier gilt wieder die Philosophie, die überall in Calamus oberste Priorität hat: Der Anwender soll das Dokument auf dem Bildschirm genau so sehen, wie es später auf dem Papier erscheinen wird. Aufgrund der unterschiedlichen Auflösung von Bildschirm und Ausgabegerät ist das natürlich nur bedingt möglich. Wenn Sie jedoch die Bildschirmvergrößerung so einstellen, daß Sie der Auflösung des Druckers entspricht, sehen Sie wie gewohnt jedes Druckerpixel im Maßstab 1:1 auf dem Bildschirm.
Viele Laserdrucker und fast alle Satzbelichter sind heute in der Lage, durch geeignete Fokussierungssysteme und gutes Trägermaterial die Rasterpixel optimal zu trennen. Es passiert daher im allgemeinen nicht, daß diese Pixel verwischen oder zusammenwachsen. Beim späteren Druckvorgang ist das jedoch etwas anders: Hier wird mit flüssiger Farbe gearbeitet, die durch ihre physikalischen Eigenschaften unangenehme Nebeneffekte hervorrufen kann: Ihre (notwendige) Oberflächenspannung bewirkt nämlich, daß zwei eng nebeneinander liegende Stellen miteinander verschmelzen, so wie zwei Wassertropfen zu einem zusammenfließen, wenn der Abstand zwischen ihnen nur klein genug wird. Außerdem bereitet es aus den gleichen Gründen Schwierigkeiten, sehr kleine Punkte, etwa in der Größenordnung von 1/100 mm, zu drucken. Aus diesen Gründen sollten Sie die Kennlinie für Bilder stets so einstellen, daß sie an den Rändern abflacht. Auch wenn es so aussieht, als würden Sie damit Kontrast einbüßen: Durch die beschriebenen Effekte erreichen Sie nur damit die Wiedergabe aller erfaßten Helligkeitsstufen.
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