
Vektorgrafiken bestehen in Calamus grundsätzlich nur aus zwei Elementen: sogenannten "Pfaden" und "anderen Objekten". Die "anderen Objekte" können zum Beispiel eine in die Vektorgrafik eingebaute Rastergrafik oder ähnliches sein, Objekte also, die nicht viel mit einer Vektorgrafik zu tun haben. Aus diesem Grund können sie auch nicht in der Vektorgrafikbearbeitung bearbeitet werden. Pfade hingegen setzen sich wiederum aus Linien und B‚zierkurven (sprich "Behsjehkurven") zusammen und können beliebig erstellt und verändert werden. Mit diesen Grundfunktionen können Sie tatsächlich jede Art von Vektorgrafik erstellen. Calamus enthält sogar Funktionen, um Vektorgrafiken von externen Programmen, die andere Elemente enthalten, entsprechend umzurechnen. So werden Kreise und Kreisbögen zur Bearbeitung in der Vektorgrafikbearbeitung in B‚zierkurven konvertiert.
Innerhalb eines Vektorgrafikrahmens gibt es also mehrere (Pfad-) Objekte, die ihrerseits wieder aus einem oder mehreren Pfaden bestehen. Ein Pfad setzt sich aus Linien oder B‚zierkurven zusammen. Dem Objekt als Ganzem sind eine Linienart und ein Füllmuster zugeordnet. Konkret heißt das, daß alle Pfade eines Objektes die gleiche Linienart und das gleiche Füllmuster besitzen. Einfache Objekte kennen Sie bereits: Es handelt sich um die Rasterflächen. Auch sie besitzen eine Umrandung (das sind die Pfade), eine Füllfarbe, ein Füllmuster und eine Linienart. Viele der Rasterflächen-Grundformen sind in der Vektorgrafikbearbeitung ebenfalls vorhanden und können hier beliebig verändert werden.
Soviel zu den Objekten, nun zu den Pfaden. Ein Pfad besteht wie schon beschrieben aus mehreren Punkten, die durch Linien oder B‚zierkurven miteinander verbunden sind. Was Linien sind, dürfte klar sein, B‚zierkurven bedürfen wohl einer genaueren Erläuterung. Neben dem Anfangs- und dem Endpunkt werden B‚zierkurven noch durch zwei weitere Punkte, die sogenannten "Kontrollpunkte" beschrieben. Diese Kontrollpunkte beeinflussen das eigentliche Aussehen der Kurve. Dabei schmiegt sich die B‚zierkurve in ihren Endpunkten an die Verbindungslinie zwischen dem Endpunkt und dem Kontrollpunkt an. Die Entfernung zwischen Kontrollpunkt und Endpunkt ist ein Maß für die "Ausbeulung" der Kurve. Auch hier sagen einige Beispiele wohl mehr als viele Worte:

Ein Pfad kann nun aus mehreren aneinandergefügten Linien oder B‚zierkurven bestehen. Dadurch ergeben sich entweder geschlossene oder offene Pfade. Das sieht dann so aus:

Der Anfangspunkt jedes Pfades wird als ausgefülltes Quadrat dargestellt, alle weiteren Punkte als leere Kästchen. Kontrollpunkte von B‚zierkurven erscheinen als kleine Kreuze. Wenn ein Objekt aus mehreren Pfaden zusammengesetzt ist, brauchen Sie so nur die ausgefüllten Punkte zu zählen und wissen, wieviele Pfade zu dem Objekt gehören.
Sollen in einem Vektorgrafik-Rahmen mehrere Füllmuster, Farben oder Linienarten eingesetzt werden, so müssen Sie mehrere Objekte anlegen.
Daraus ergäbe sich eigentlich, daß es nicht möglich wäre, Objekte mit "Löchern" zu konstruieren. Normalerweise werden solche Objekte dadurch erzeugt, daß ein weiß ausgefüllter Pfad über einen solchen mit anderem Füllmuster gelegt wird. Da Objekte aber nur ein gemeinsames Füllmuster für alle Pfade haben, wären "Löcher" darin also unmöglich. Dieses scheinbare Dilemma wird dadurch gelöst, daß die Laufrichtung des Pfades entscheidenden Einfluß auf das Ausfüllen hat. Es gilt nämlich folgende Grundregel: Bereiche, die im Inneren von zwei gegenläufigen Pfaden liegen, werden nicht ausgefüllt. Zunächst mag das wieder etwas kompliziert klingen, anhand einer Grafik wird der Sachverhalt aber schnell klar:

Die Vektorgrafikbearbeitung besteht aus den folgenden Befehlsgruppen:
Die Aufgaben der einzelnen Befehlsgruppen wurden oben schon kurz angedeutet. Generell gestaltet sich die Arbeit in der Vektorgrafikbearbeitung ähnlich wie im Text- oder Textstil-Modul. Das heißt, Sie können einen Vektorgrafikrahmen wählen, indem Sie ganz einfach hineinklicken. In diesem Rahmen können Sie dann Objekte erzeugen und diese bearbeiten. Dazu benutzen Sie die Befehlsgruppen "Objektbearbeitung", "Objektflächenfarbe" und "Objektflächenumriß". Die Pfade, aus denen ein Objekt besteht, können Sie mit der Befehlsgruppe "Pfadbearbeitung" verändern.
Tip: Im Objekteditor der Vektorgrafikbearbeitung können Sie die Rahmenfunktionen "Proportionales Vergrößern/Verkleinern", "Nur vertikal bewegen", "Nur horizontal bewegen" und "Aufziehen über die Mitte" benutzen.
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